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Seattle Grunge Rock

 

Bildquelle: © Ricardo Figueira - Fotolia.com

 

Wie enstand der Grunge?

 

Der Begriff "Grunge", zu deutsch "Schmutz, Dreck", tauchte erstmals Mitte der 60er Jahre in der Rockmusik auf. Zunächst eine Bezeichnung für den rauen und unsauberen Klang von Bands wie Iggy Pop and the Stooges und The Velvet Underground, entwick- elte sich in den 80er Jahren eine eigene Stilrichtung, deren Wurzeln hauptsächlich im Punkrock und Heavy Metal lagen. Seattle ist das Zentrum dieser Bewegung, die sich abseits des Mainstreams etabliert. Hier entstand unkonventionelle Musik, die mit aller- hand Effekten experimentierte. Einige der ersten Grubge-Bands waren Soundgarden, Green River, The U-Men und The Melvins.

 

Die Mitglieder der Szene artikulierten ihren Protest gegen die spießige und versnobbte Gesellschaft, trugen selbst Flanellhemden aus Second-Hand-Läden und erschienen "schmuddelig und ungepflegt". Allerdings geschah das nicht aus dem Bewusstsein heraus, eine neue Moderichtung zu begründen, das Holzfällerhemd war vielmehr ein charakteristisches Kleidungsstück für die Region um Seattle.

 

Der typische Klang des Grunge entstand vor allem durch stark verzerrte Gitarren, har- monischen Dissonanzen und Rückkopplungseffekte. Neu waren die tiefergehenden Texte, die zu diesem Zeitpunkt ein Merkmal der Rockmusik waren. Soziale Isolation, der Wunsch nach Freiheit und gesellschaftliche Verhältnisse waren elementare Themen. Häufig lag eine Perspektivlosigkeit der Jugend zu Grunde. Auf der Bühne sahen sich die Künstler nicht als Unterhalter, eher wollten sie mit ihrem ekstatischen Gitarrenspiel die Menge anheizen und die Musik ausleben. Sie lehnten eine aufwändige und teuere Bühnenausstattung ab und traten wie Amateurbands mit einfachem Equipment auf.

 

Bekannte Vertreter dieser Musikrichtung, die aufgrund ihres Ursprungs auch als Seattle- Sound bezeichnet wird, waren Alice in Chains, Nirvana, das Projekt Temple Of The Dog und Pearl Jam. Dabei setzte jedoch jede Gruppe ihre eigenen Akzente. Während Alice in Chains eher dem Metal zugewandt waren, tendierte Nirvana mehr in Richtung Punk. Mother Love Bone war eine weitere Grungeband, die teilweise - eher hardrockig - nach Guns N' Roses klang.


Grunge verstand sich auch als "rotzigere" Alternative zum mainstreamartigen "LA Rock", (Bands aus Los Angeles), der noch vor der Grungewelle eben Bands wie Guns N' Roses hervorbrachte. Um die Bands besser vermarkten zu können, erfiand die Musikindustrie damals den Sammelbegriff "Grunge". Schnell entstand ein Hype, die Szene wurde zu- nehmens kommerzialisiert und fand sich als Teil des Mainstreams wieder. Aus der eins- tigen Subkultur wurde zeitweise eine Massenbewegung. Selbst Bands, die eigentlich nicht die musikalische Qualität besaßen, um so erfolgreich zu sein, wurden zumindest für kurze Zeit berühmt. Das charakteristische Flanellhemd zeichnete nun einen echten Anhänger des Grunge aus und wart gewissermaßen die Eintrittskarte für die Szene. Damit befanden sich die Musiker dort, wo sie eigentlich niemals hin wollten.


Viele Fans wehrten sich gegen die Kategorisierung von Bands wie Mudhoney, TAD, und Screaming Trees. Sie sahen im "Grunge" eben jene Vermarktungsstrategie der Indu-. strie. Im Allgemeinen endete die Ära des Seattle-Sounds mit dem Suizid von Nirvana-Frontmann Kurt Cobain im Jahre 1994. Für einige Gruppen war das der Grund, ihre Musikprojekte zu beenden. Zwei Jahre später erschien eine Dokumentation mit dem Titel "Hype!", die die Faszination dieses Musikstil aus Sicht der Anhänger darstellt und sich mit der Kommerzialisierung der Szene befasst. Aus Nirvana entstanden später die Independent Rock Band "Foo Fighters" mit dem Ex-Drummer Dave Grohl als Lead- sänger. Bis heute sind Nirvana jedoch ein wichtiger Bestandteil der Jugendkultur, häufig um Rebellion und freies Denken zu symbolisieren. Das Lebensgefühl der damaligen Zeit kann das allerdings nicht wiedergeben.

 

 

Ähnliche "Verstrickungen" gab es mit der Band Audioslave, die aus den - nachdem Weg- gang des Sängers Zack de la Rocha - verbliebenen "Rage Against The Machine" Mit- gliedern und dem Ausnahmesänger der Grungeband Soundgarden "Chris Cornell" ent- stand. Audioslave war ebenfalls eine Band, die in stark in Richtung Independent Ecke angesiedelt, und somit nicht mehr als Grunge zu bezeichnen war. Inzwischen haben sich auch Audioslave wieder aufgelöst. Chris Cornell begab sich 2009 mit seinem neuen Album in etwas seichteren Pop-Gefilde. Es bestehen auch Gerüchte, dass es mit Sound- garden zu einem Comeback kommen könnte.

 

Die Medien haben inwischen die begriffliche Einengung gelockert und verkaufen experi- mentelle Rockmusik nun als "Alternative Rock" oder "Post Grunge". Pearl Jam und Alice in Chains sind auch weiterhin aktiv, haben sich stilistisch aber weiterentwickelt und ebenfalls vom "Grunge" weg - mehr in Richtung Alternative Rock - entfernt.

 

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